Risk Advisory

CBUAE-Vergütungsregelung (Rundschreiben Nr. 5/2026): Was Finanzinstitute zur Einhaltung der Vorschriften tun müssen

Die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate (CBUAE) hat die Vergütungsregelung (Rundschreiben Nr. 5/2026) verabschiedet – eine positive Entwicklung zur Stärkung von Governance, Rechenschaftspflicht und umsichtigem Risikomanagement im Finanzsektor der VAE.

Die neue Regelung trat am 14. April 2026 in Kraft und führt strengere Anforderungen an die Vergütungsgovernance für lizenzierte Finanzinstitute ein, die der Aufsicht der VAE-Zentralbank unterliegen. Die Organisationen müssen innerhalb von 180 Tagen (ca. 11. Oktober 2026) eine Lückenanalyse und einen Sanierungsplan erstellen und innerhalb von 15 Monaten (ca. 14. Juli 2027) vollständig compliant sein.

Diese Fristen geben den Instituten einen gewissen zeitlichen Rahmen, um ihre bestehenden Vergütungsrahmenwerke sowie regulatorische Lücken und nachhaltige Governance-Praktiken zu überprüfen. Angesichts der Komplexität von Vergütungsstrukturen und Governance-Prozessen sollten Organisationen ihren Compliance-Prozess jedoch ohne Verzögerung beginnen.

Die CBUAE-Vergütungsregelung verstehen

Die neue Regelung soll sicherstellen, dass die Vergütungspraktiken lizenzierter Finanzinstitute eine solide Governance, verantwortungsvolle Risikobereitschaft und langfristige organisatorische Nachhaltigkeit fördern.

Statt sich ausschließlich auf die Vergütung zu konzentrieren, verlangt die Regelung von den Instituten den Nachweis, dass Vergütungsentscheidungen mit Governance-Prinzipien, wirksamer Aufsicht, Risikomanagement und transparenter Entscheidungsfindung im Einklang stehen.

Das Rahmenwerk legt eine größere Rechenschaftspflicht auf Vorstände, Vergütungsausschüsse, das Senior Management und Kontrollfunktionen, um sicherzustellen, dass Vergütungsvereinbarungen die übergeordnete Risikostrategie und die regulatorischen Verpflichtungen des Instituts unterstützen.

Wichtige Compliance-Fristen

Die oben genannten regulatorischen Meilensteine sollten für Finanzinstitute unter Aufsicht der VAE-Zentralbank oberste Priorität haben:

Lückenanalyse und Sanierungsplan
Frist: ca. 11. Oktober 2026
Organisationen müssen ihre bestehende Vergütungsstruktur bewerten, ermitteln, was angepasst werden muss, und einen strukturierten Sanierungsplan entwickeln.

Vollständige regulatorische Compliance
Frist: ca. 14. Juli 2027
Um die Einhaltung der Regelung sicherzustellen, sollten Institute alle erforderlichen Richtlinienänderungen, Governance-Verbesserungen, Dokumentationsaktualisierungen und operativen Anpassungen umsetzen.

Was sollten Finanzinstitute überprüfen?

Compliance geht weit über die Aktualisierung von Vergütungsrichtlinien hinaus. Institute sollten eine umfassende Überprüfung von Governance, Dokumentation, Vergütungsstrukturen und Aufsichtsmechanismen durchführen.

Zentrale Schwerpunktbereiche sind:

  • Vergütungsrichtlinien und Governance-Rahmenwerke
  • Aufsicht durch Vorstand und Vergütungsausschuss
  • Vergütung des Senior Managements
  • Vergütung der Kontrollfunktionen
  • Vergütung von Material Risk Takern (MRT)
  • Variable Vergütungsstrukturen
  • Leistungsmesskriterien
  • Methoden zur Risikoanpassung
  • Aufschubmechanismen
  • Malus- und Clawback-Bestimmungen
  • Arbeitsverträge und Vergütungsklauseln
  • Berichterstattung, Offenlegungen und unterstützende Dokumentation

Eine ganzheitliche Überprüfung ermöglicht es Organisationen, regulatorische Lücken frühzeitig zu erkennen und wirksame Abhilfemaßnahmen vor Ablauf der Compliance-Fristen umzusetzen.

Ein praktischer Drei-Phasen-Ansatz zur Compliance

  • Phase 1 – Lückenanalyse: Bewertung der aktuellen Vergütungsrichtlinien, Governance-Strukturen und Dokumentation anhand der CBUAE-Anforderungen. Identifizierung von Lücken und Erstellung eines klaren Sanierungsfahrplans.
  • Phase 2 – Rahmenwerk-Optimierung: Stärkung der Governance durch aktualisierte Vergütungsrichtlinien, Verfahren, Verträge, Ausschusssatzungen und Genehmigungsprozesse.
  • Phase 3 – Umsetzung und Schulung: Verankerung überarbeiteter Prozesse, Verbesserung von Berichterstattung und Dokumentation sowie Schulung der Schlüsselteams zur Sicherstellung einer wirksamen Compliance.

Warum frühzeitiges Handeln wichtig ist

Auch wenn die regulatorischen Fristen überschaubar erscheinen mögen, erfordert die Umsetzung von Änderungen in der Vergütungsgovernance häufig eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit, unter anderem zwischen HR, Risiko, Compliance, Recht, Finanzen und dem Senior Management.

Eine Verzögerung des Prozesses kann zu Folgendem führen:

  • Verkürzte Umsetzungszeiträume
  • Governance-Inkonsistenzen
  • Dokumentationslücken
  • Erhöhtem operativem Druck
  • Höherem regulatorischem Risiko

Wie MBG Sie auf Ihrem Weg zur Compliance unterstützen kann

Die Anforderungen der CBUAE-Vergütungsregelung zu erfüllen, erfordert Fachwissen in den Bereichen Governance, Risikomanagement, Vergütungsrahmenwerke und regulatorische Compliance.

Die Risk-Advisory-Spezialisten von MBG bieten End-to-End-Unterstützung, unter anderem:

  • Regulatorische Lückenanalysen
  • Überprüfung von Vergütungsrahmenwerken
  • Governance-Optimierung
  • Entwicklung von Richtlinien und Dokumentation
  • Unterstützung von Vorstand und Ausschüssen
  • Unterstützung bei der Umsetzung
  • Unterstützung bei der regulatorischen Berichterstattung
  • Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme

Unser strukturierter Ansatz hilft Instituten, sich sicher von der Bewertung bis zur Umsetzung zu bewegen und dabei die regulatorischen Erwartungen innerhalb der vorgeschriebenen Fristen zu erfüllen.

Fazit

Die CBUAE-Vergütungsregelung (Rundschreiben Nr. 5/2026) ist ein bedeutender Schritt für die Vergütungsgovernance lizenzierter Finanzinstitute in den gesamten VAE.

Da die Lückenanalyse und der Sanierungsplan bis ca. 11. Oktober 2026 fällig sind und die vollständige Compliance bis ca. 14. Juli 2027 erwartet wird, sollten Organisationen jetzt handeln, um ihre bestehenden Rahmenwerke zu bewerten, die Governance zu stärken und die erforderlichen Verbesserungen umzusetzen.

Ein proaktiver Ansatz heute unterstützt nicht nur die regulatorische Compliance, sondern etabliert auch ein stärkeres, transparenteres und risikoadäquates Vergütungsrahmenwerk für die Zukunft.

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